Gedanken und Sinne

Wild brodeln die Gedanken. Gedanken über das Wesen, das die Menschen erfüllt. Wie eigentümlich fremd sind sich doch Bekannte, obwohl sie reden und reden über alles und nichts. Und wie klar steht es in ihren Gesichtern, in ihren Gebärden und Taten was sie sind.

Dabei sehe ich sie, diese Wesen in ihrer unbegriffenen Eigenart und habe den Weg noch nicht gefunden es ihnen mitzuteilen. Denn bis anhin vertrugen sie es nicht. Vielmehr wirst Du gebeten nichts zu sagen, wenn Du wirklich empfindest. Die Intuitionen sind wertlos. Zum Glück sind sie „wertlos“, sonst würde viel mehr Unheil geschehen auf dieser Erde.

Intuitionen in Geld umgewandelt, das wäre das Ende; der Übergang ins Höllische. Weit weg davon ist derjenige selten, der diese Dimensionen sieht; weit weg aber auch nicht vom Himmlischen, Heilsbringenden.

Wer gibt mir die Gedanken? Wer nimmt sie mir weg? Es muss eine Art magnetisches Zentrum sein, in dem sie sich verdichten, umgelagert werden und mit sonnischer Kraft wieder sich lösen, sich beschleunigen. Fort sind sie bis zum nächsten Zentrum. Wo das sei? Das weiss ich nicht; wissen dessen könnte Tod bedeuten.

Von |2018-04-30T18:20:09+02:00Juli 14th, 1974|Dichtung, Flower Power|